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Blühende Kulturen "verdünnen" die Bestände der Bestäuber in den Agrarlandschaften Europas

Kulturen mit einer gemeinsamen Massenblüte, zum Beispiel Raps- oder Sonnenblumenfelder, sind attraktiv für bestäubende Insekten (Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen). Die Formel "mehr Raps = mehr Bestäuber" scheint also auf den ersten Blick einleuchtend zu sein. Eine Studie aus sechs europäischen Ländern zeigt jetzt aber: Je grösser der Anteil der Massen-Blüten-Kulturen in der Landschaft  ist, desto weniger Bestäuber konnten in den Feldern festgestellt werden. Die vorhandenen Bestäuber-Populationen werden durch das massenhafte Blütenangebot sozusagen "verdünnt". Dies könnte zur Folge haben, dass die Bestäubungsleistung und damit auch der Ertrag pro Hektar in Gegenden mit sehr hohem Anteil von Massen-Blüten-Kulturen wie Raps abnimmt. Wenn vermehrt solche Kulturen angebaut werden, müssten deshalb gleichzeitig auch die Bestäuber gefördert werden. Zum Beispiel sollten begleitend Biodiversitätsförderflächen angelegt werden, in denen sich die Larven der Bestäuber ungestört entwickeln können und  Bienen und Hummeln auch ausserhalb der Blütezeit der Kulturen genügend Nahrung finden. Eine weitere Fördermassnahme ist, Nistmöglichkeiten (zum Beispiel Wildbienenhäuser) bereitzustellen.

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